D-ARCH spacer Gastdozenten Annette Gigon / Mike Guyer
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Abb. Malcolm Le Grice, Horror Film, 1971

 

Installation Cinema Expanded

Bewegtbild und installative Architektur in zeitgenössischen kinematographischen Rauminstallationen

Vortrag Dr. Lilian Haberer, Universität zu Köln

Eine Veranstaltung des Diplomwahlfachs Raumkonzepte in Film und Architektur,

ETH Zürich, 12.5.2011

 

zum Manuskript des Vortrags >>

 

Abstract:

Seit den frühen 1990er-Jahren setzen sich Kinematographische Installationen, in denen sich Bewegtbild, installative Architektur, Sound und Mixed Media im Ausstellungsraum immersiv wie reflektorisch vereinen, mit dem Film und der Institution Kino auseinander. So verwundert nicht, dass das Expanded Cinema als hybrides und performatives Phänomen der 1950er bis 1970er-Jahre zu einer Vorläuferbewegung heutiger, medialer Kunstinstallationen stilisiert wurde. Dies ist jedoch nicht unproblematisch, da das Expanded Cinema sich mit anti-illusionistischen, interventionistischen und anti-narrativen Kräften von den Kinokonventionen zu emanzipieren suchte. In seiner Herkunft aus dem Happening, der Fluxus- und Performancekunst sowie seine Entwicklung parallel zum strukturellen Film und seinem ephemeren Charakter differiert das Expanded Cinema mit den heutigen, oftmals dicht am Kino und seinen Dispositiven orientierten medialen Installationen. Gene Youngblood betonte in den 1970ern bereits den intermediären Status der erweiterten Kino-Arbeiten und das damit einhergehende erweiterte Bewusstsein durch diese hybride installative Erfahrung. Eine These ist, dass in bestimmten zeitgenössischen kinematographischen Installationen, in denen durch die Überschneidung von architektonischen und Bewegtbildelementen trotz der Referenzen an das Kino, explizit eine erweitere Raumerfahrung initiiert wird, die als Fortführung des Expanded Cinema oder Installation Cinema betrachtet werden könnte. Denn in dieser aus dem Experimentalfilm stammenden Bewegung war nicht nur eine Diffusion des Bewegtbildes in den Raum der BetrachterInnen und seine Materialisierung auf architektonischen Elementen ausschlaggebend, sondern auch die Auseinandersetzung mit dem institutionellen Raum des Kinos und einer Idee von Öffentlichkeit, die in den zeitgenössischen Arbeiten ebenfalls adressiert wird. Anhand von Beispielen wie Jane & Louise Wilsons A Free and Anonoumous Momnument, Mark Leckeys Kinoinstallation sowie Runa Islams Empty the Pond to get the Fish sollen aktuelle Beispiele vorgestellt werden, die in unterschiedlicher Weise eine erweitere, installative und architektonische Erfahrung herausfordern. Dergestalt werden werkorientiert mögliche, das Expanded Cinema fortführende Aspekte benannt, aber auch Unterschiede zu der historischen Bewegung vorgestellt und problematisiert.

 

 

 

 


14.06.2011 baechtiger@arch

 

 
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